Die Spuren meines Weges
Mein Weg zu dieser Arbeit begann mit Fragen. Mit dem Wunsch, tiefer zu verstehen, was Menschen bewegt, was sie prägt und was in ihrem Leben weiterwirkt – manchmal sichtbar, manchmal eher als leise Ahnung, als Spannung im Körper oder als Gefühl, an einer inneren Schwelle zu stehen.
Auf diesem Weg begegnete ich unterschiedlichen Menschen, Ausbildungen, Formen der Aufstellungsarbeit und schamanischen Zugängen. Jede dieser Begegnungen hat etwas hinzugefügt: Wissen, Erfahrung, neue Blickrichtungen und manchmal auch eine Frage, die mich lange begleitet hat. Vieles erschloss sich unmittelbar, anderes erst mit der Zeit und durch die eigene Erfahrung.
Wissen gewinnt für mich dort seine eigentliche Tiefe, wo es dem wirklichen Leben begegnet. Wenn aus einem Begriff eine Erfahrung wird. Wenn eine Methode zu einer Haltung heranreift. Wenn ein Mensch beginnt wahrzunehmen, was in ihm, in seinen Beziehungen und in seiner Geschichte tatsächlich wirksam ist.
Die Aufstellungsarbeit wurde dabei zu einer meiner wesentlichen Wurzeln. Sie öffnete mir einen Zugang zu jenen Beziehungen und Ordnungen, die unser Leben prägen: zu Herkunft und Zugehörigkeit, zu Bindung und Abstand, zu den Plätzen, die wir einnehmen, und zu den Bewegungen, die entstehen, wenn sich etwas in diesem Gefüge verändert.
Die schamanische Arbeit weitete diesen Blick. Sie brachte mich stärker mit Übergängen, Symbolen, Ritualen, Körperwahrnehmung und der tieferen Dimension von Herkunft in Berührung. Daraus entwickelte sich mit den Jahren eine eigene Art zu sehen und zu begleiten – eine Haltung, die dem Wahrnehmbaren vertraut und zugleich Raum für das lässt, was sich erst allmählich erschließt.
Aus diesen Spuren ist das entstanden, was ich heute das lebendige Feld nenne.
Für mich ist es ein Raum genauer Wahrnehmung. Ein Raum, in dem Herkunft gewürdigt werden kann und zugleich die eigene Bewegung sichtbar werden darf. In dem Beziehungen in ihrer ganzen Vielschichtigkeit betrachtet werden können. In dem der Körper mit seiner Resonanz ebenso gehört wird wie das gesprochene Wort. Und in dem sich manchmal eine Richtung zeigt, die vorher noch keinen Namen hatte.
Begleitung bedeutet für mich, einen solchen Raum zu halten. Einen Raum, in dem ein Mensch klarer wahrnehmen kann, wo er steht, was ihn trägt, welche Beziehungen in seinem Leben wirken und welche nächste Bewegung für ihn stimmig werden könnte. Dabei bleibt die eigene Wahrnehmung des Menschen ein wesentlicher Teil des Weges.
Meine Ausbildungen und Erfahrungen gehören zu diesem Weg. Ich sehe sie als Spuren von Begegnungen, von Lernen, von Übung und von eigener Entwicklung. Jede hat etwas in mein heutiges Arbeiten hineingegeben und meinen Blick weiter geschärft.
Mit den Jahren ist daraus eine Haltung gewachsen, die mich bis heute begleitet: aufmerksam hinzusehen, dem Sichtbaren Zeit zu geben, Zusammenhänge sorgfältig zu unterscheiden und dem Menschen in seiner Würde zu begegnen.
Denn manchmal beginnt etwas Wesentliches genau dort, wo wir lange genug hinschauen, damit das, was bereits da ist, sichtbar werden kann.
